Kraft und Energie

Was ist eigentlich Kraft?

Die Einwirkung auf einen Körper, der ihn beschleunigt? So heißt es zumindest in der klassischen Physik. Viele denken auch, sie haben viel Kraft und trainieren regelmäßig, um „mehr“ Kraft zu haben.

Also habe ich jetzt Kraft? Und wenn ja, wie nutze ich sie optimal? Und was hat das eigentlich mit dieser Energie auf sich? Da ich euch nicht mit physikalischen Grundlagen in diesem Artikel langweilen möchte, betrachten wir das aus der Perspektive eines Kampfsportlers.

Im Grunde bringt man Kraft auf, um einen Schlag, einen Tritt, oder ähnliches auszuführen. Das bedeutet, dein Gehirn weiß, wo deine Faust hin möchte und setzt alles menschenmögliche in Bewegung, damit deine Faust auch dort ankommt. Je besser die damit verbundenen Muskeln trainiert sind, desto kräftiger kann diese Bewegung ausgeführt werden. Demnach ist der Aufprall mal härter und mal etwas weicher (je nach Kraft Einsatz). Das hat im ersten Moment noch gar nichts mit Schnelligkeit zu tun, denn nur Schnell sein bedeutet nicht gleichzeitig auch viel Kraft einzusetzen. Jedoch ist es eine gute Faustregel, dass viel Kraft und viel Geschwindigkeit ordentlich „wumms“ ergibt ;-).

Was ist dabei zu beachten?

Wenn du die ausführende Person bist, solltest du sicherstellen, dass beim Aufprall keine Kraft oder möglichst wenig wieder zu dir zurückkommt. Einfaches Beispiel: Wenn du mit geschlossener Faust schlägst und beim Aufprall die Faust nicht angespannt ist, könnte es durchaus sein, dass deine eigene Faust durch den Aufprall beschädigt wird. Deshalb ist es enorm wichtig, wie du schlägst und mit welcher (Hand)Fläche du beim Gegner aufschlägst. Kurzer Ausblick dazu: Beim Frauenselbstverteidigungskurs lernt man daher oft die Hammerfaust. Sie ist leicht auszuführend und das Risiko für eigene Verletzungen ist recht gering.

Aber was ist, wenn nicht du der Angreifer bist, sondern der Verteidiger?

Nehmen wir also an, eine Faust kommt genau auf dein Gesicht zu, mit einer enormen Kraft, denn dein Gegner hat ordentlich trainiert. Jetzt hast du die Wahl:

  • Stehen bleiben und nichts tun führt dich höchstwahrscheinlich zum K.O.
  • Dem Schlag mit einem Schlag entgegenwirken, sprich, mit eigener Kraft entgegenwirken. Naja, hier stellt sich dann letztlich die Frage, wer stärker ist. Man nehme einen durchtrainierten Mann und eine zierliche Frau und lasse sie tauziehen. Wer würde hier wohl gewinnen?
  • Ausweichen – hierbei läuft der Schlag des Gegners praktisch ins leere, und die aufgewendete Kraft verpufft regelrecht im Nichts.
  • Den Schlag lenken – dabei führst du beispielsweise die Faust an deinem Körper vorbei (z.B. durch das Ausweichen) und nutzt gleichzeitig die noch vorhandene Energie, um sie an deinen Gegner zurückzugeben. Denn was er dir schenken möchte, kann er gerne selbst behalten. Im Praxisfall: Wenn dein Gegner in deine Richtung unterwegs ist, und du einen Schritt zur Seite gehst, würde er ins Leere laufen. Wenn du jetzt seinen Schwung nutzt und ihm noch mehr Energie in seine derzeitige Richtung gibts, braucht er definitiv länger bis er zum Stehen kommt und du hast gleichzeitig die Distanz zum Gegner vergrößert.

Letztlich beruhen diese Verteidigungstechniken auf jahrelanger Übung und Erprobung. Nur selten kann man eine Ernstsituation planen und weiß genau, was passiert. Hier kommt es dann wohl eher darauf an, gut und schnell zu reagieren. Und zumindest Reaktion und routinierte Bewegung kann im Training geübt werden.

Also, #machdichstark

Martin

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